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Entscheide-Kantonale Gerichte-2009

Entscheide kantonaler Gerichte und Behörden zum Erben und Erbrecht, zur Erbschaftssteuer und zur Strukturierung des Vermögens (Stiftungen, Trusts) des Jahres 2009.   

Redaktion successio online, 01.01.2009


Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion Bern vom 22.12.2009
Art. 172 DBG und Erbteilung.
= BN 2010, 285 ff.
Art. 172 DBG bezweckt, der Steuerbehörde den Zugriff auf das der Steuersicherung dienende Grundstück des ausländischen Veräusserers zu erhalten, bevor es verkauft wird (E. 5.3).
Umstritten ist, ob die Erbteilung einer Veräusserung i.S.v. Art. 172 DBG gleichzusetzen ist, was für den vorliegenden Fall allerdings ohne Relevanz blieb
(E. 5.5).
Die Zustimmung der Steuerbehörde ist dann nicht erforderlich ist, wenn mehrere Grundstücke Gegenstand der Erbteilung bilden und die in der Schweiz ausschliesslich aufgrund von Grundbesitz steuerpflichtige Person bei Aufhebung des Gesamteigentums gesamthaft betrachtet wertmässig mehr erhält, als ihrem Anteil an der Erbengemeinschaft entspricht (E. 5.6).

Kantonsgericht Graubünden JAK-09-41 vom 15.12.2009
Aufsichtbeschwerde
Pflicht zur unverzüglichen und ordnungsgemässen Behandlung des Gesuchs um Abberufung des Erbschaftsverwalters; teilweise Gutheissung

Verwaltungsgericht Graubünden A-09-56 vom 01.12.2009
Schenkungssteuer: Erbvorbezug
Stimmt ein Erbe nach erfolgtem Erbvorbezug im Rahmen eines Rechtsgeschäfts einem erbrechtlichen Ausgleich zugunsten seiner Schwester zu trotz anders lautendem und von den Geschwistern mitunterzeichnetem Erbvorbezugsvertrag, so erfolgt diese Zuwendung entsprechend auf freiwilliger Basis, weshalb sie als Schenkung zu qualifizieren ist (E. 2).

Obergericht Zürich, Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte,  vom 05.11.2009
Offenbarung des Berufsgeheimnisses
Ein Anwalt untersteht nicht nur im Rahmen seiner Monopoltätigkeit (berufsmässige Vertretung von Parteien vor Gericht) dem Berufsrecht, er hat seine Berufspflichten auch bei der Erfüllung anderer Aufgaben (i.c. Tätigkeit als Verwaltungsrat) zu beachten (E. 2.2.3).
Doppelte Funktion von Art. 12 Bst. c BGFA: Garantie der unbeeinflussten Interessenwahrung einerseits und Vertraulichkeitsschutz andererseits (E. 3.1.1.2). Nach Abschluss eines Mandats endet Pflicht zur Interessenwahrung, Vertraulichkeitsschutz hingegen überdauert das Mandat: Vertraulichkeitskonflikte unterliegen im Grundsatz keiner zeitlichen Schranke (E. 3.1.1.2).

Verwaltungsgericht Graubünden A-09-39 vom 27.10.2009
Nachlasssteuer
Nichteintretensentscheide können wie Verfügungen angefochten werden; das Steuergesetz enthält keine Bestimmung, welche den (direkten) Weiterzug mittels Beschwerde an das Verwaltungsgericht als zulässig erklärt. Mangels gesetzlicher Grundlage ist die Anfechtung mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde nicht zulässig (vgl. Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG e contrario); Nichteintreten (E. 2). Die Nachlasssteuer wurde von der Beschwerdeführerin bezahlt; damit endete das Steuerrechtsverhältnis zwischen der Steuerverwaltung und den Erben. Wie die Beschwerdeführerin gegenüber anderen Personen Rückgriff nehmen soll, ergibt sich nicht aus dem öffentlichen Recht. Auf eine Regelung im StG wurde bewusst verzichtet: Es besteht keine Lücke im kantonalen Steuerrecht und es gibt keinen Anlass für eine richterliche Lückenfüllung (E. 3.b).

Tribunal administratif  de Genève ATA/530/2009 - A/1323/2009 du 27.10.2009
LCP art. 88; LCP art. 90
Ancien droit. Une contribuable, ayant hérité d'un montant correspondant à la valeur de la commandite de son mari, suite au décès de ce dernier et, ayant déjà acquitté les droits de succession y relatifs, recourt à l'encontre de la taxation de ce même montant au titre d'impôt spécial sur les bénéfices d'aliénation, de remise ou de liquidation totale ou partielle de certaines entreprises. Au vu des travaux préparatoires, cette hypothèse n'a pas été prévue par le législateur qui n'a envisagé que l'hypothèse de la continuation de l'entreprise par les héritiers et sa liquidation subséquente. Comblement de la lacune en se référent par analogie à la solution adoptée en matière d'impôt spécial sur les bénéfices immobiliers prévoyant l'exonération des héritiers en cas d'acquisition des immeubles par voie successorale.

Kantonsgericht Graubünden ZK1-09-4 vom 05.10.2009
Pflichtteilsverletzung durch Verkauf einer Liegenschaft (mit Schenkungskomponente); Abweisung
Erblasser konnte zwar nach der Veräusserung seiner Liegenschaft die Pflichtteile nicht mehr ausrichten, er durfte aber davon ausgehen, dass diese dennoch gewahrt sind: Bei Abschluss des Kaufvertrags war er im Besitz einer Berechnung der Grundstückgewinnsteuer, die von der kantonalen Steuerverwaltung eigens für ihn erstellt worden ist und auf die vorgesehenen Verkaufsbedingungen abgestimmt war. In dieser Berechnung wurde der Barwert der Nutzniessung geschätzt. Auf diese Auskunft durfte sich der Erblasser verlassen und er konnte zu seinem Vermögen den Wert des Nutzniessungsrechts dazurechnen, weshalb er über ein den damaligen Pflichtteil seiner Kinder übersteigendes Vermögen verfügte. Von einer Umgehungsabsicht kann deshalb keine Rede sein (E. 4).

Kassationsgericht Zürich AA080146 vom 24.09.2009
Zivilverfahren: §§ 113, 133, 285 ZPO; Art. 72 ff. BGG. Subsidiarität der Nichtigkeitsbeschwerde
Nichteintreten auf verschiedene Rügen betreffend Verletzung von Bundesrecht im Hinblick auf die freie Kognition des Bundesgerichts (E. II/2, II/3.1), insbes. betreffend Recht auf Beweis und genügende Substanziierung (E. II/3.2, II/4.1) und betreffend Bemessung des Honorars des Willensvollstreckers (E. II/4.2).
§§ 64 ff. ZPO. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Kostenregelung im Falle von teilweiser Gegenstandslosigkeit (E. II/6).

Obergericht Luzern 11 09 113 vom 14.09.2009
= LVGE 2010 I Nr. 7
Art. 554 ZGB.
Kompetenzen eines Erbschaftsverwalters (Ausweisung).
= ZBJV 146 (2010) 1038-1039
Art. 554 ZGB. Kompetenzen eines Erbschaftsverwalters (Ausweisung)
(Das Bundesgericht ist auf die dagegen erhobene Beschwerde am 2. Februar 2010 nicht eingetreten (5A_717/2009).
= ZBGR 93 (2012) 100 Nr. 8
ZGB Art. 554; Kompetenzen eines Erbschaftsverwalters (Ausweisung).
CC art. 554; compétences de l’administrateur d’office (expulsion).

Tribunal Cantoal Vaud CREC 293 du 23.08.2009
Liquidation officielle; procédure sommaire; dévolution de la succession. Art. 593 al. 2 CC; art. 248 let. e CPC; art. 109 al. 3, art. 152 et art. 153 CDPJ.

Tribunal Cantoal Vaud CREC II 134 du 03.08.2009
Succession internatioale. Dernier domicile en Frane, for en Suisse lié à des bins sis en Suisse. Pouvoirs des "executors" désignés par le de cujus,emprise de la loi Suisse pour la seule dévolution. Art. 88 al. 1er, 92, 96 al. 1er let. a LDIP.
1. L’exécution testamentaire d’une succession soumise au droit étranger relève néanmoins de la loi suisse du for dans la mesure limitée de l’art. 92 al. 2 LDIP, soit dans le domaine des mesures conservatoires et des formalités de dévolution. Rappel de la controverse liée sur ce point à l’art. 92 al. 2 LDIP (c. 3a).
2. En droit suisse, l’exécuteur testamentaire peut intervenir à l’instance tendant à la révocation de l’administration d’office (c. 3b).
3. Conditions d’un for successoral suisse pour les biens situés en Suisse (art. 86 al. 1er LDIP), admise s’agissant d’un défunt ayant eu son dernier domicile en France, face notamment à un immeuble en Suisse (c. 5a-b).
4. Cette compétence n’est pas entamée du fait qu’un héritier réservataire se soit fait inscrire au registre foncier comme propriétaire de l’immeuble successoral en Suisse, cela au vu du caractère déclaratif de ce type d’écriture passé sur la base d’un certificat d’héritier ou d’un titre étranger jugé équivalent (c. 5c).
= JdT 2011 III 113-125 (Anmerkungen v. Denis Piotet).

Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion Bern vom 28.07.2009
= BN 2009, 93 ff.
= ZBGR 91 (2010) 48 ff.
Notariatsrecht; Disziplinarstrafe infolge Verletzung von Berufspflichten.
Beurkundet der Notar einen Erbenschein unter Missachtung der gesetzlichen Ausstandspflichten, so verletzt er seine Berufspflichten, was - unabhängig von der vermögens- und strafrechtlichen Verantwortlichkeit - zu einer disziplinarischen Bestrafung führt. Liegt eine Selbstbeteiligung des Notars vor oder fehlt die Rogation, so entsteht zudem keine öffentliche Urkunde (Art. 24 NG BE).
In Bezug auf die Errichtung eines Erbenscheins ist derjenige materiell und passiv beteiligt, der den Notar mit der Errichtung eines Erbenscheins rogiert und dessen Erbenqualität in der öffentlichen Urkunde festgestellt wird. Diese Beteiligten können beim Notar eine Ausstandspflicht begründen.
Droit notarial; peine disciplinaire ensuite de lésion des obligations professionnelles.
Si un notaire authentifie un certificat d'hérédité au mépris de ses obligations légales en matière de récusation, il porte atteinte à ses obligations professionnelles; il en résulte une peine disciplinaire indépendamment de sa responsabilité civile et pénale. Si le notaire est partie intéressée ou s'il n'a pas été requis, l'acte n'est pas authentique (Art. 24 LN BE).
Est partie intéressée matériellement et passivement lors de l'authentification d'un certificat d'hérédité, celui qui a mandaté le notaire aux fins d'authentification d'un certificat d'hérédité et dont la qualité d'héritier est reconnue dans l'acte authentique. Cette partie intéressée peut donner lieu à une obligation du notaire de se récuser.

Kassationsgericht Zürich AA090086 vom 07.07.2009
Zivilverfahren: § 284 Ziff. 7 ZPO; Art. 551 ff. ZGB. Unzulässigkeit der Nichtigkeitsbeschwerde
Erbrechtliche Sicherungsmassregeln stellen vorsorgliche Massnahmen dar, weshalb gegen entsprechende Rekursentscheide die Nichtigkeitsbeschwerde ausgeschlossen ist. Dies gilt auch, soweit es um die Regelung der Nebenfolgen geht (Erw. 2).
§ 188 GVG; §§ 50 Abs. 1, 64 Abs. 3, 66 Abs. 2 ZPO. Fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung
Eine fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung vermag auch unter dem Aspekt des Vertrauensschutzes eine nicht gegebene Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz nicht zu begründen (Erw. 2 a.E.). Hingegen kann aus Gründen des Vertrauensschutzes in diesem Fall auf die Auferlegung von Kosten verzichtet werden, soweit die Unrichtigkeit der Rechtsmittelbelehrung für die betreffende Partei nicht ohne weiteres erkennbar war (Erw. 3a).

Handelsgericht Zürich HG080094 vom 30.06.2009
Auskunftsbegehren des Nachlassverwalters eines deutschen Erblassers gegenüber einer Bank
= NZZ 2009 N. 208-51
"Geheimnisherren" - Bank muss Erben lückenlos informieren
Eine in Zürich vertretene, ausländische Bank muss sich vom Handelsgericht dahingehend belehren lassen, dass sie gegenüber den Erben einer verstorbenen Bankkundin vollumfänglich auskunftspflichtig ist; das Gleiche gilt auch gegenüber dem Nachlassverwalter

Ire Cour civile Neuchâtel du 23.06.2009
= RJN 2009, 117
Droit civil. Droit des successions. Art. 477 CC.
Motifs d'exhérédation (non admis en l'espèce).
L'héritier institué peut être déshérité par acte à cause de mort lorsqu'il a commis une infraction pénale grave contre le défunt ou l'un de ses proches.
Le vol d'une somme de 150 francs au préjudice du de cujus est une infraction de peu de gravité qui ne justifie pas l'exhérédation de l'héritier institué.
= Not@lex 2011, 74
Art. 477 CC
Le vol d’une somme de CHF 150.- au détriment du de cujus constitue une infraction de peu de gravité et, partant, ne peut justifier une exhérédation.
Le fait de reprocher à son fils adoptif des manquements graves et répétés aux devoirs envers ses parents adoptifs ne constitue pas un reproche suffisamment précis au regard des exigences légales et ne peut donc fonder une exhérédation.

Kassationsgericht Zürich AA080139 vom 22.06.2009
Zivilverfahren. §§ 281 ff. ZPO.
Kantonales Beschwerdeverfahren. Formelle Anforderungen etc. (E. II/1).
§ 281 Ziff. 2 ZPO. Rüge der willkürlichen tatsächlichen Annahme
Kein Nachweis eines Nichtigkeitsgrundes (E. II/4-5).
§ 285 ZPO; Art. 505 Abs. 1 ZGB. Subsidiarität der Nichtigkeitsbeschwerde
Anfechtung letzt williger Verfügungen. Es ist Rechtsfrage (und vorliegend nicht zu überprüfen), ob es unter dem Gesichtspunkt der Formvorschriften von Art. 505ZGB darauf ankommt, ob eine letztwillige Verfügung als Original oder Kopie bezeichnet wird (E. II/6.2).
Erwägungen, die auf der allgemeinen Lebenserfahrung basieren, sind ebenfalls nicht überprüfbar (E. II/6.3.3).

Cour de justice Genève ACJC/772/2009 du 19.06.2009
Partage successoral; rapport successoral; principe de la bonne foi.

Kantonsgericht Graubünden  ERZ-09-81 vom 26.05.2009
Anordnung einer Erbschaftsverwaltung
Die Anordnung der Erbschaftsverwaltung konnte nicht gestützt auf Art. 554 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB i.V.m. Art. 604 Abs. 3 ZGB (zahlungsunfähige Erben) erfolgen: Den Miterben eines zahlungsunfähigen Erben, nicht aber diesem selbst, steht die Befugnis zu, zur Sicherung ihrer Ansprüche vorsorgliche Massregeln zu verlangen (E. 2c).
Die Erbschaftsverwaltung gestützt auf Art. 554 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB i.V.m. Art. 556 Abs. 3 ZGB ist verspätetet: Die zeitliche Dauer der provisorischen Regelung endet nach unbenutztem Ablauf der Einsprachefrist (ein Monat seit Mitteilung, Art. 559 ZGB), sofern kein anderer Grund nach Art. 554 ZGB zur Weiterführung bzw. Errichtung derselben besteht (E. 2.d).

Verwaltungsgericht Bern VGE 100.2008.23320 vom 20.05.2009
= BVR 2009, 465-474
Steuerwesen. Erbschaftssteuer; Anwendung des privilegierten Tarifs.
1. Bei der Ausgestaltung von Art. 19 Abs. 1 Bst. b ESchG hat zwar die privilegierte Besteuerung von Konkubinatspaaren im Vordergrund gestanden, indessen hat der Gesetzgeber ausdrücklich auf das Erfordernis einer eheähnlichen Gemeinschaft verzichtet. Voraussetzung für die privilegierte Besteuerung bildet, dass die betreffenden Personen im gleichen Haushalt gelebt haben (E. 2.3).
Wer diese Voraussetzung erfüllt, kann für diese Zeit einkommenssteuerrechtlich nicht als alleinstehend gelten ( E. 2.4).
2. Eine enge soziale Bindung zwischen zwei im selben Haus lebenden Personen reicht zur Begründung des Steuerprivilegs nicht aus. Die steuerpflichtige Person hat vielmehr nachzuweisen, dass ein gemeinsamer Haushalt geführt wurde (E. 3.1-3.2).
Vorliegend sind die Indizien, welche auf das Vorhandensein zweier selbständiger Haushalte hindeuten, stärker zu gewichten als jene, die auf einen gemeinsamen Haushalt schliessen lassen. Die Beschwerdeführerin vermag damit den Nachweis des gemeinsamen Haushalts nicht zu erbringen (E. 3.3-3.5).
Affaires fiscales. Impôt sur les successions; imposition privilégiée.
1. Lors de l'élaboration de l'art. 19 al. 1 let. b LISD, une imposition privilégiée des concubins était certes au premier plan; le législateur a néanmoins expressément renoncé à l'exigence d'une communauté de vie semblable à un couple marié. La condition d'une imposition privilégiée consiste uniquement dans le fait que les personnes concernées aient fait ménage commun (c. 2.3).
Les personnes qui remplissent cette condition ne peuvent être considérées comme célibataires du point de vue de l'impôt sur le revenu (c. 2.4).
2. Une relation sociale étroite entre deux personnes vivant sous le même toit ne suffit pas pour admettre le privilège fiscal en question. La personne contribuable doit bien plus établir l'existence d'un ménage commun (c. 3.1-3.2). En l'espèce, les indices laissant apparaître l'existence de deux ménages distincts sont prédominants par rapport à ceux qui pourraient faire admettre un ménage commun. La recourante n'a dès lors pas apporté la preuve de l'existence d'un ménage commun (c. 3.3-3.5).

Kantonsgericht Graubünden ZF-08-87 vom 12.05.2009
Erbteilung
Frage offengelassen, ob bundesgerichtliche Praxis, wonach der Streitwert bei der Erbteilungsklage unterschiedlich berechnet wird, je nach dem, ob der Teilungsanspruch an sich oder nur der Anteil eines Erben in Frage steht, auch für das zweistufige bündnerische Erbteilungsverfahren gilt (E. 1a).
Da in der Berufung einzig ein um Fr. 10'000.- höherer Streitwert geltend gemacht wird, ist für einen allfälligen Weiterzug an das Bundesgericht grundsätzlich bloss die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG) gegeben (E. 1b).
Werden bis zum Zeitpunkt der Replik vom Kläger keine Hinweise auf die Unvollständigkeit des Nachlassinventars gemacht, so ist er trotz der im Erbteilungsverfahren geltenden beschränkten Offizialmaxime (Art. 85 Abs. 3 EGzZGB/GR) im Berufungsverfahren mit diesem Vorbringen nicht mehr zu hören, da ihn dennoch die Behauptungslast trifft (E. 5).

Verwaltungsgericht Graubünden A-09-3 vom 12.05.2009
Schenkungs- bzw. Nachlasssteuer (Vorempfang)
Der auf 1.1.2008 in Kraft getretene Art. 107 Abs. 2 StG , wonach die Erbschafts-, Nachlass- und Schenkungssteuer für direkte Nachkommen, Ehegatten und Nachkommen abgeschafft wird, führt unter der Voraussetzung, dass der Erblasser am 1.1.2008 noch lebt, dazu, dass alle vor diesem Datum erhaltenen und nicht besteuerten Erbvorbezüge nicht mehr besteuert werden können (E. 2b).
Eine andere Betrachtungsweise würde zu einer Ungleichbehandlung der direkten Nachkommen führen, welche vor dem 1.1.2008 eine Erbvorbezug erhalten haben, mit den Nachkommen, welche nach diesem Datum einen Erbvorbezug erhalten (E. 2c).
= PVG 2009, 20
Vorempfang. Nachlasssteuern.
Zur Steuerbefreiung von Erbvorzügen für direkte Nachkommen gemäss der seit 1. Januar 2008 neu gültigen Bestimmung unter Art. 107 Abs. 2 StG; Unzulässigkeit der Steuerabschöpfung nach besagtem Stichdatum (E. 2a).
Bedeutung der Übergangsbestimmung in Art. 188f Abs. 2 StG; Auslegungshilfe in Art. 33/34 Abs. 3 GKStG (E. 2b).
Vermeidung der Ungleichbehandlung mit den anderen Erben; Berücksichtigung einer unzulässigen Rückwirkung (E. 2c).
Anticipo sulla futura eredità. Imposta sulle successioni.
Esonero da imposta di anticipi sulla futura eredità per i discendenti diretti giusta il nuovo art. 107 cpv. 2 LIC in vigore dal 1. gennaio 2008; inammissibilità del prelievod’imposta dopo tale data (cons. 2a).
Significato delle disposizioni transitorie di cui all’art. 188f cpv. 2 LIC; interpretazione ausiliaria secondo gli art. 33 e 34 cpv. 3 LImpCC (cons. 2b).
Esclusione di disparità di trattamento con il resto degli eredi; presa in considerazione di un’inammissibile retroattività (cons. 2c).

Verwaltungsgericht Graubünden A-09-04 vom 28.04.2009
Schenkungssteuer (Vorempfang); Rüge der Verletzung der Art. 106 ff. StG/GR
Da der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht weder mehr noch neues, sondern lediglich mit einer anderen Begründung weniger verlangt als vor den Vorinstanzen, kann gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG/GR auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingetreten werden (E. 1).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers haben die Vorinstanzen den Wert der Grundstücke, die Gegenstand des steuerpflichtigen Vorempfangs bilden, gemäss Art. 110 StG/GR in korrekter Weise zum Verkehrs- bzw. Ertragswert eingeschätzt (E. 2).

Kassationsgericht Zürich AA090007 vom 21.04.2009
Zivilverfahren. Art. 518 Abs. 1 ZGB; §§ 218 Abs. 2, 284 Ziff. 2 ZPO. Beschwerde gegen Willensvollstrecker
Der (Rekurs-)Entscheid betreffend Beschwerde gegen einen Willensvollstrecker ist der Sache nach aufsichtsrechtlicher Natur und unterliegt damit (auch bezüglich der Regelung der Nebenfolgen) nicht der Nichtigkeitsbeschwerde (E. 2).
§ 188 GVG; §§ 50 Abs. 1, 64 Abs. 3, 66 ZPO. Fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung, Vertrauensschutz.
Unzutreffende Rechtsmittelbelehrung als Anlass für Kostenübernahme auf Gerichtskasse ( E. 3).

Kassationsgericht Zürich AA090049 vom 14.04.2009
§ 284 Ziff. 7 ZPO; Art. 551 ZGB.
Bei der Anordnung der Erbschaftsverwaltung handelt es sich der Sache nach um eine vorsorgliche Massnahme, weshalb gegen einen diesbezüglichen Rekursentscheid die Nichtigkeitsbeschwerde nicht zulässig ist (Erw. 3).
= ZR 108 (2009) Nr. 52
§ 284 Ziff. 7 ZPO. Art. 551, Art. 554 ZGB. Bei der Anordnung einer Erbschaftsverwaltung handelt es sich um vorsorgliche Massnahmen im materiellen Sinne.
Kein Vertrauensschutz gestützt auf eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung, wenn der Rechtssuchende weiss oder wissen muss, dass diese nicht zutreffend ist.
Gegen einen Rekursentscheid betreffend die Anordnung oder Ablehnung der Anordnung einer Erbschaftsverwaltung im Sinne von Art 554 f. ZGB; ist die Nichtigkeitsbeschwerde gemäss § 284 Ziff. 7 ZPO nicht zulässig (E. 3 ).
Wurde dem Beschwerdeführer wenige Tage, bevor er erneut eine Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Rekursentscheid betreffend die Anordnung einer Erbschaftsverwaltung erhebt, ein Beschluss des Kassationsgerichts zugestellt, in welchem er auf die Unzulässigkeit der Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Rekursentscheid betreffend die Anordnung einer Erbschaftsverwaltung hingewiesen wurde, verdient er keinen Vertrauensschutz in die unzutreffende Rechtsmittelbelehrung des Obergerichts, welche die Nichtigkeitsbeschwerde als Rechtsmittel angibt, sodass ihm Kosten für das (zweite) Nichtigkeitsbeschwerdeverfahren auferlegt werden können ( E. 5).

Kassationsgericht Zürich 080145 vom 08.04.2009
Zivilverfahren. §§ 54 Abs. 2, 281 Ziff. 2 ZPO.
Bankbeziehung, Geltendmachung von Auskunftsansprüchen aus Schuld- oder Erbrecht; örtliche Zuständigkeit.
Kein Nachweis aktenwidriger tatsächlicher Annahmen (Erw. II/2) und keine Verletzung der Dispositionsmaxime (E. II/3).

Verwaltungsgericht Luzern V-06-246 vom 31.03.2009
= LGE 2010 II Nr. 4
Grundstückverkehr.
Art. 8 Abs. 2 und Art. 12 lit. b BewG; Art. 10 BewV. Auslegung des Grundstückbegriffs des BewG. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge kann zu fremdgenutzten Wohneinheiten eine enge, schutzwürdige Beziehung im Sinn von Art. 8 Abs. 2 Satz 2 BewG nicht entstehen. Weil die zusammen mit dem Erblasser genutzte Wohneinheit rechtlich nicht verselbständigt werden kann, wird sie zusammen mit den fremdvermieteten Wohneinheiten von der Weiterveräusserungspflicht umfasst. Die Frage der Bewilligungserteilung zum Grundstückerwerb ist nicht schon dann endgültig entschieden, wenn ein bundesrechtlicher oder kantonaler Bewilligungsgrund erfüllt ist, sondern es muss zusätzlich immer geprüft werden, ob nicht einer der zwingenden Verweigerungsgründe trotzdem zu einer Aberkennung der Bewilligung führt. Art. 8 Abs. 2 Satz 1 BewG hat nur den wertmässigen Grundstückerwerb und keinen Dauerbesitz zum Ziel. Daher könnte Art. 12 lit. b BewG nur die Folge haben, dass trotz enger Beziehung zum Grundstück bzw. einer Wohneinheit an der Auflage zur Wiederveräusserung festgehalten würde, statt eine gänzliche Bewilligungsverweigerung auszusprechen
= ZBJV 146 (2010) 399 ff.
Art. 8 Abs. 2 und Art. 12 lit. b BewG; Art. 10 BewV. Grundstückserwerb durch Personen im Ausland. Auslegung des Grundstückbegriffs des BewG.

Verwaltungsgericht Graubünden A-08-67 vom 24.03.2009
Nachlasssteuer: Stiftungsvermögen einer liechtensteinischen Stiftung wird der Nachlasssteuer unterstellt
Die Veranlagungsbehörde hat zu beurteilen, ob sich feststellungsbedürftige Tatsachen verwirklicht haben und zwar unter freier Beweiswürdigung. Grundlage dafür ist neben den Beweismitteln und dem eigenen Wissen der Behörde das Verhalten des Steuerpflichtigen (E. 1b).
Es wäre kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb der Erblasser von seiner Bank über Jahre mit detaillierten Auszügen bedient wurde, wenn es sich bei der Stiftung um eine nicht kontrollierte Stiftung gehandelt hätte; ein Interesse an diesen Informationen lässt sich nur bei einer kontrollierten Stiftung sachlich begründen. Wer in Liechtenstein eine solche Stiftung errichtet, muss sich den Verdacht gefallen lassen, dass er etwas zu verbergen hat. (E. 1c).

Verwaltungsgericht Zürich SR.2008.00011 vom 18.03.2009
§ 3 Abs. I ESchG; § 6 ESchG; § 7 lit. a ESchG; § 8 Abs. I ESchG; § 9 Abs. I ESchG; § 9 Abs. II ESchG; § 41 Abs. I ESchG; § 41 Abs. II ESchG; § 43 Abs. II ESchG; § 43 Abs. IV ESchG; § 44 Abs. I ESchG; § 57 Abs. I ESchG.
Rekurslegitimation/Massgeblichkeit eines Vergleichs bei der Veranlagung der ErbschaftssteuerAufgrund des allen Erben einer Steuerschuld gemeinsamen Steuerobjekts muss eine Verfahrenshandlung zwangsläufig auch Wirkung für die nicht handelnden beziehungsweise säumigen Erben zeitigen, deren Vertretung folglich vermutet wird. Die Rekurrierenden Nr. I sind demnach zum Rekurs gegen die ganze Erbschaftssteuer legitimiert (E. 1.2).
Angesichts der streitigen Rechtslage besteht die Möglichkeit, dass die Rekurrierende Nr. II für die Erbschaftssteuer solidarisch haftbar wird, weshalb sie ebenfalls zum Rekurs zugelassen wird (E. 1.3).
Ein Vergleich der Erben unter sich oder mit Dritten wird erbschaftssteuerrechtlich grundsätzlich berücksichtigt, wenn durch diesen ernsthafte Zweifel an der erbrechtlichen Lage beseitigt werden und wenn sich die getroffene Vereinbarung nicht offensichtlich gegen den Fiskus richtet. Im vorliegenden Fall war die vom Erblasser begünstigte Person, bzw. deren Nachkommen nicht an dem zwischen den übrigen Erben abgeschlossenen Vergleich beteiligt gewesen, weshalb dieser Vergleich für sie keine Rechtswirkung entfaltet. Mangels Ungültigkeitsklage gilt ihr (bzw. ihren Nachkommen) gegenüber das letzte (offensichtlich formungültige) Testament des Erblassers (E. 2.2).
Rückweisung.

Verwaltungsgericht Zürich SR.2008.00013 vom 18.03.2009
§ 3 ESchG; § 6 ESchG; § 8 ESchG; § 9 ESchG; § 13 ESchG; § 14 Abs. I ESchG; § 43 ESchG. Erbschaftssteuer bei Wohnrechten:Steuerpflichtig ist der Empfänger des Wohnrechts.
Verstirbt dieser, geht die Steuerschuld auf seine Erben über (E. 2.2).
Die Bewertung von lebenslänglichen Wohnrechten bemisst sich nach der mittleren Lebensdauer des Berechtigten im Zeitpunkt des Erbgangs und nicht nach der tatsächlichen Lebensdauer. Eine kürzere Lebenserwartung findet selbst dann keine Berücksichtigung, wenn bei der Veranlagung der Steuer feststeht, dass der Begünstigte vorzeitig gestorben ist. Eine Abweichung wäre allenfalls angezeigt, wenn die konkrete Lebenserwartung des Berechtigten im Zeitpunkt des Vermögensübergangs nachweisbar erheblich tiefer liegt als der Durchschnitt. Diese Voraussetzung war vorliegend mangels genügender Substanziierung nicht erfüllt (E. 2.3).
Abweisung.

Verwaltungsgericht Zürich SR.2008.00014 vom 18.03.2009
Art. 35 DBG; § 21 Abs. II lit. b ESchG; § 43 ESchG; § 43 Abs. I ESchG.
Steuerfreibetrag wegen Unterstützungsbedürftigkeit:(Beschränkt) erwerbsunfähigen und unterstützungsbedürftigen Personen wird laut § 21 Abs. 2 lit. b ESchG ein steuerfreier Betrag in der Höhe von Fr. 30'000.- gewährt, der von den steuerbaren Vermögensübergängen abgezogen werden kann. Unterstützungsbedürftigkeit wird angenommen, wenn eine alleinstehende Person nur über ein steuerbares Einkommen von höchstens Fr. 13'000.- und ein steuerbares Vermögen von höchstens Fr. 46'000.- verfügt. (Beschränkte) Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn eine Person aus bestimmten, nicht durch sie direkt beeinflussbaren Gründen (z.B. körperliche oder geistige Gebrechen, persönliche oder wirtschaftliche Gegebenheiten, ungenügende Ausbildung) nicht in der Lage ist, ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. Gutheissung.

Tribunal administratif Genève ATA/137/2009 vom 17.03.2009
De cujus dominicain décédé en République dominicaine - Immeuble sis à Genève - Dettes hypothécaires et dettes liées à la déclaration de succession. Art. 127, al. 2 Cst.; art. 4 et 6 LDS.
1. En l'absence d'une convention en vue d'éviter les doubles impositions en matière successorale entre la Suisse et la République Dominicaine, c'est le droit interne des cantons qui est applicable. Selon le droit genevois, l'article 4 alinéa 6 LDS règle le problème des dettes de la succession. Cet article consacre le principe de la non-déduction de celles-ci sur les actifs immobiliers sis dans le canton de Genève, quelles que soient la nationalité du défunt et les modalités d'acquisition des actifs de la succession (consid. 6).
2. Le fait qu'en l'absence d'une convention de double imposition la charge fiscale du contribuable est plus importante ne saurait constituer une inégalité de traitement. Dans ce cas, la limitation du droit d'imposer ne ressort que du droit interne (consid. 8).

Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern vom 27.02.2009
= BN 2009, 22
Erbrecht / Teilungsvorschrift und Eigentumsübertragung
Der in einem Erbvertrag enthaltenen Teilungsvorschrift, wonach verschiedene Grundstücke einem Erben zuzuweisen sind, kommt keine dingliche, sondern nur eine schuldrechtliche Wirkung zu. Der Übergang des Eigentums an den erbvertraglich zugewiesenen Grundstücken von der Erbengemeinschaft auf den berechtigten Erben ist erst gestützt auf eine - allenfalls nur auf die fraglichen Grundstücke bezogene - Erbteilung und eine Grundbuchanmeldung durch die Erbengemeinschaft möglich.
Droit des successions / Prescription de partage et transfert de la propriété
La prescription de partage contenue dans un pacte successoral en vertu de laquelle divers immeubles sont attribués à un héritier n'a pas de caractère réel mais exclusivement obligationnel. Le transfert de propriété des immeubles attribués par pacte successoral de la communauté héréditaqire à l'hérieier ayant droit n'est possible que sur la base d'un contrat de partage - ne concernant le cas échéant que les immeubles attribués - et d'une réquisition d'inscription de la communauté héréditaire.

Obergericht Thurgau ZBO.2008.10 vom 19.02.2009
Bundesrecht.
Ausgleichungspflicht von Zahlungen, welche der Erblasser im Namen der Erben direkt an eine Aktiengesellschaft leistete; Formulierung des Rechtsbegehrens (Art. 626, 630 Abs. 1 ZGB)
= RBOG 2009 Nr. 4

IIe Cour civile Neuchâtel du 06.02.2009
Droit civil. Droit des successions. Art. 488, 491, 600, 641 al. 2 CC.
Péremption de l'action en pétition d'hérédité; action en revendication; substitution fidéicommissaire sur les biens résiduels.
L'action en pétition d'hérédité se périme par un an à compter du jour où le demandeur a eu une connaissance réelle et précise des éléments lui permettant d'ouvrir action à l'encontre du possesseur de bonne foi.
L'héritier étant, de plein droit, propriétaire des biens successoraux dès l'ouverture de la succession, il peut agir en revendication contre le tiers qui possède des biens successoraux après l'échéance du délai de péremption de l'action en pétition d'hérédité.
En cas de substitution fidéicommissaire sur les biens résiduels, l'héritier grevé n'est pas tenu d'accepter celle-ci sur sa part réservataire. La renonciation tacite de l'héritier grevé à l'exception de réduction a été niée en l'espèce.

Verwaltungsgericht Zürich SR.2008.00012 vom 21.01.2009
§ 3 Abs. I ESchG; § 8 Abs. I ESchG; § 32 ESchG; § 32 Abs. II ESchG; § 43 Abs. I ESchG; § 43 Abs. II ESchG; § 43 Abs. IV ESchG; § 57 Abs. I ESchG; § 2 lit. b ESCHV; § 15 Abs. III VO StG. Erbschaftssteuer Besonderer gesetzlicher Fristwiederherstellungsgrund.
Da die Rekurrentin 2 für die Bezahlung der Erbschaftssteuer im Umfang ihrer Bereicherung solidarisch haftet (§ 57 Abs. 1 ESchG), ist auf ihren Rekurs insofern einzutreten, als er sich gegen die Veranlagung des Rekurrenten 1 richtet.Betrifft eine Verfügung gleichzeitig mehrere Steuerpflichtige, genügt nach § 32 Abs. 2 Satz 1 ESchG die Zustellung an den Willensvollstrecker oder an die von den Steuerpflichtigen als Vertreter bezeichnete Person. Ist kein Willensvollstrecker ernannt und kein Vertreter bezeichnet worden, wird als zustellungsbevollmächtigt betrachtet, wer bei der Inventaraufnahme mitgewirkt hat. Erklärt ein Steuerpflichtiger in einem solchen Fall aber, dass er von der Verfügung keine Kenntnis erhalten habe, wird ihm auf sein Begehren nachträglich eine Ausfertigung der Verfügung zugestellt und die Einsprachefrist wiederhergestellt (§ 32 Abs. 2 Satz 2 und 3 ESchG). Die Vorinstanz hätte vorliegend im Einspracheverfahren prüfen müssen, ob die Einsprachefrist im Sinn von § 32 Abs. 2 Satz 3 wiederherzustellen ist. Rückweisung.

Kantonsgericht Freiburg 607-2008-51 vom 28.01.2009
Ersatzabgaben. Art. 8 und 9 BV; Art. 43, 45 und 49a FPolG - Feuerwehr-Ersatzabgabe. Ersatzbefreiung für alleinerziehende Eltern.
Bemessung der Abgabe: Halber Tarif für verheiratete Ehepaare; Rechtsungleichheit gegenüber Konkubinatspaaren und Alleinstehenden. (Urteil veröffentlicht unter admin.fr.ch/kg)
Contributions de remplacement. Art. 8 et 9 Cst. féd.; art. 43, 45, 49a LPolFeu - Taxe d'exemption du service de défense contre l'incendie. Exonération d'un parent élevant seul ses enfants. Calcul de la taxe: demi-tarif pour les couples mariés; égalité de traitement avec un couple de concubins resp. une personne seule. (Arrêt publié sous http://admin.fr.ch/tc).