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News-Schweiz

Anreize für eine Bevorzugung von Enkeln im Erbfall

07.3496 Postulat (Anita Fetz, Ständerätin)

07.3496 Postulat (Anita Fetz, Ständerätin) (erledigt)
07.3410 Postulat (Claude Janiak, Nationalrat) (erledigt)

 

Anreize für eine Bevorzugung von Enkeln im Erbfall

22. Juni 2007

Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen und zu berichten:- ob im Hinblick auf die Resultate des NFP-Programms 52 (Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel), insbesondere des Forschungsprojekts Nr. 4045-059627 (Erben in der Schweiz), ein grundsätzlicher Anpassungsbedarf im Erbrecht besteht;- ob und allenfalls wie die drei Schlussfolgerungen des Forschungsprojektes "Erben in der Schweiz" Eingang in das Erbrecht finden könnten (Enkelbevorzugung im Erbrecht; Verbesserungen für unverheiratete Lebenspartnerinnen und -partner und soziale Elternschaft; möglicher Einfluss einer Pflegeversicherung auf das Erbverhalten);- ob das mögliche Ziel einer Enkelbevorzugung und einer verbesserten Stellung von Patchworkfamilienmitgliedern nicht ebenso gut oder sogar besser über den Weg einer moderaten nationalen Erbschaftssteuer erreicht werden könnte (beispielsweise durch die Festsetzung von Steuerfreibeträgen von Enkeln und Patchworkfamilienmitgliedern).

Begründung

Jährlich werden in der Schweiz über 30 Milliarden Franken, fast 7 Prozent des BIP, vererbt. Wer heute erbt, ist immer öfter selbst schon älter. Im Jahr 2020, so rechnet eine Nationalfondsstudie vor (H. Stutz, T. Bauer, S. Schmugge: Erben in der Schweiz. Zürich, 2007), wird nur noch ein Drittel der Erbenden unter 55 Jahre alt sein. Diese Entwicklung spiegelt die steigende Lebenserwartung in der Schweiz.Früher gingen Erbschaften mehrheitlich an junge Familien. Sie konnten das Geld in der Familienphase mit Kindern besonders gut gebrauchen und trotzdem ihren Kindern später mehr vererben, als sie selbst geerbt hatten. Künftig werden sie wegen der veränderten Lebenserwartung immer öfter leer ausgehen. Schon heute sind die Erbenden nicht mehr in der Eltern-, sondern immer häufiger in der Grosselternphase. Die Idee, Enkelkinder zu bevorzugen, setzt hier an. Sie sind es, die im Alter zwischen 25 und 45 Jahren in der Familienphase sind und das Geld dann benötigen. Derzeit erben Enkel und Urenkel nur 3 Prozent. Sie werden wohl später erben, wenn sie nicht mehr darauf angewiesen sind. Anreize im Erbrecht könnten dazu führen, dass vermehrt auch Enkel berücksichtigt werden.Eine Bevorzugung von Enkeln wäre ein neues Standbein in der Familienpolitik. Wenn Enkel schon einmal erben, dann in der Lebensphase, in der sie es gebrauchen können. Es würde Familien etwa beim Erwerb von Wohneigentum helfen und die Schwierigkeit, Wohnraum zu finden, entschärfen.Ziel ist eine Auslegeordnung, ob das heutige Erbrecht unter Berücksichtigung der NFP-Resultate einen Anpassungsbedarf aufweist und wie das familienpolitische Ziel einer Enkel- und Patchworkfamilien-Bevorzugung erreicht werden könnte.